248
Schonung. Der Baum wird gefällt, wo er am bequemsten zu fin-den ist. Nirgends wird junge Holzung nachgezogen. Das Viehtreibt in die gemißhandelten Haine, und zerstört nagend die jungenSchößlinge, welche der Boden freiwillig unter dem Schutte desAbholzes zeugt.
Daher ist der Preis des Holzes in Bünden beträchtlich. Inverschiedenen Gegenden des Landes fängt cs schon an empfindlichzu mangeln. Dies alles führt zu keiner größer» Sparsamkeit.Häuser und Dächer werden nach wie vor von Holz gebaut, undeben so die Umzäunungen der Gärten, Wiesen und Accker, diekräftiger von niedrigem Matterwerk oder lebendigen Hecken zuschützen wären.
Nur wo die eiserne Noth gebeut, sucht man des Holzes Mangelmit Torfen zu decken. In einigen der rauhesten Gebirgsgegenden,wie im Thale von Avers, bereitet man künstliche Torfe aus demMist der Kühe und Pferde, welcher mit Rietgras und dickstäng-lichten Alpenpflanzen vermengt, in Formen geschlagen und an derSonne gedörrt wird. In Friesland und andern Provinzen Ba-taviens hat man die gleiche Methode, nur daß man sich des Strohesdaselbst statt der Alpenpflanzen bedienen muß. Der NaturforscherFrank von Berkhcy behauptet, daß die Einwohner Palästina'Sschon vor Jahrtausenden diesen Torf gemacht haben, und will diesans Ezechiel Kap. 4 B. 12 beweisen: „Du sollst einen Gcrsten-kuchen essen, und sollst ihn mit Menschcnkoth backen;" — oderweiterhin: „Siche! ich gebe dir Nindermist für Menschcnkoth, unddamit sollst du dein Brod bereiten."
Die Industrie der Bewohner des Tyrols ist bekannt. Fastjedes Thal derselben enthält deren Spuren; sie leitet den Wohl-stand über unwirthbare Felsen.