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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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nutzen vergißt. Er sieht Dörfer im Schatten unzähliger Obstbäume,Kornfelder hoch in die Berge hinauf, Wein (von Chur bis Maien-feld) in üppigem Wuchs. Und mitten durch die lachende Ebeneraset der Strom; Niemand denkt das durch ihn Verlorne wiederzu erringen, noch sich vor künftigem Verlust zu schützen. Ungestörtdehnt er in ungewissem Lauf eine Sandwüste um sich her aus, unddroht selbst den Dörfern. Statt der Streichwuhren oder Dämmesetzt man ihm höchstens Schupfwuhrcn entgegen, die seine Gewaltgegen das jenseitige Ufer leiten, und drüben bedient man sich desVergeltungsrechts. So schwärmt der Rhein im Zickzack durch'dieprächtigen Thäler und versandet den schönsten Theil derselben.

Es ist geschehen, daß Privatleute für diese unbenutzten Sand-steppen den Gemeinden kaufsweise ansehnliche Summen boten.Aber Selbstsucht, Argwohn und Neid verwarfen die Anerbietungen,»»eingedenk des baaren Gewinnes, des vermehrten Erwerbs undLandreichthums. So richtete im Wallis dieMhone wahrscheinlichunter gleichen Umständen gleiche Verwüstungen an.

Ein Teppich uralter, schöner Waldungen behängt die Hüstender Gebirge. Vielleicht füllten sie, ehe menschliche Wohnungensolche verdrängten, auch alle Thäler. Man rodete aber die Forstenaus bis zum Fuße der Berge. Wir wissen aus alten Geschicht-schreibern, daß das üppige Rom, nachdem Rhätie» seine Provinzgeworden, von hier den Lerchenbaum und die stolze Tanne mitunermeßlichen Kosten nach Italien zum Bau seiner Brücken, Pa-läste und Inseln im Meere führte. Diese Gehölze, welche, unterder Hand einer weisen und kraftvollen Regierung, des LandesSchatz und Reichthum geworden wären, sind es nicht mehr.

Die Schaar der kleinen rhätischen Republiken kannte kein Forst-gesetz. Jede Gemeinde bcholzte sich aus ihrem Waldkrcise ohne