Druckschrift 
33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
Seite
249
Einzelbild herunterladen
 

249

Im Bor-Arlberg werden alljährlich viele tausend Zuber,Eimer und Bottiche verfertigt, und über den Bodensee verfuhrt,desgleichen gezimmertes Bauholz und ungeheure Lasten Rebstöcke.Mehrere Gemeinden nähren sich allein von Stroharbeiten. Kinder,Weiber und Greise flechten eine zahllose Menge Körbe, Hüte,Teller u. s. f., die dann nach Deutschland gehen. An andernOrten, besonders in den Bregenzer Wäldern, werden dieMousselin-Stickereien ein belohnender Erwerbszweig. Personenjedes Geschlechtes und Alters verschönern den Mousselin mit Gold-,Silber- und Seidcnfäden, und ihre zarten Arbeiten werden umthcurcn Preis den prachtliebeudcn, weichlichen Städten zugcsandt.Baumwollcnspinnereien und Webstühle findet man überall. Daseinzige Dorf Dornbirn zählte vor dem RevolntionSkricgc sechs-hundert Weber. Das Mvntafnn zeichnet sich durch Flachs-spinnereien aus. Die Weiber holen sich selbst den rohen Flachsvon den Schweizern und bringen denselben verarbeitet zurück.

All dieser heimatliche Fleiß hindert dennoch eine beträchtlicheZahl Tyroler nicht, jährlich auszuwandcrn, und nachher mit demim Auslande erbeuteten Gewinn zu ihren geliebte» Felsen hciin-zukchrcn. Als Maurer, Zimmerleuie, Kornschnittcr, Krautschneider,Wetzsteinhändler, Steiumctze n. s. s., ziehen sie schaarenweise imFrühjahre aus in die Schweiz und. ins Reich. Selbst junge Knabenwerde» von ihren Acltern als Hirten ins Ausland vermiethet, undim Herbste von ihnen znrückgeholt.

Ein gleicher Erwerbsfleiß beseelt die italienischen Tyroler, vor-züglich die in den wilden Thälern Primör, Judicarien undVallasredda des Konfinenkreiscs. Sie verbreiten sich als Stein-metzen, Zimmerleutc, Schornsteinfeger, Maurer, Seiler, Bret-schneider, Bildcrhändler u. s. w. durch Italien und Deutschland.Andere, besonders aus dem Zillerthal des Schwazerkreises, trei-ben Handel mit den mühsam von ihren Gebirgen znsammengesuchten