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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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ströme, durch Felsen und Moore. Jedes Haus verrätst durch innereOrdnung, jede Wiese, jeder Garten dnrch sorgsame Umzäunungund Pflege, des Eigenthümers behagliche Wohlhabenheit.

Die Trägheit der meisten einsamen Bergbewohner ist die Quelleihrer Armnth und der sie säst immer begleitenden Unreinlichkeit.Im Engadin führt Fleiß zum Wohlstand und einer Nettigkeit, dieschier nirgends wie hier im ganzen Bündnerlande angetroffen wird.Vom Wohnzimmer der Familie bis zum Stall des Viehes, inallem Hausgeräth und in der Kleidung selbst des ärmern Volks-theils herrscht, mit der Eiufaltj Sauberkeit.

Unter dem Einfluß des Reichthums, der von den Alpen undaus fremdem Handel floß, milderten sich hier gemach des VolkesDenkart und Sitten. Hier mehr, als in andern Gegenden Nhä-tiens, waltet ein aufgeweckter Geist; in keinem Thalc, wie hier,ist Neigung zum Wissenschaftlichen so gemein, ungeachtet der Ab-wesenheit guter Unterrichtsanstalten. Das Engadin lieferte vonjeher den übrigen Bünden die meisten Schriftsteller und seine vor-züglichsten Prediger.

Freilich unter den Rosen des geselligen Lebens schoß auch manchesUnkraut auf. Unarten der Menschen aus den Ebenen reifen auchauf den Gebirgen. Man begegnet im Engadin der seltsamstenMischung von Eharaktern. Alte Zeit und neue Zeit, Hirteneinfaltund sogenannter Weltton, paaren sich wunderbarlich.

Aber kein Kulturstand des menschlichen Geschlechts, sei er tiefoder hoch, sättigt die Wünsche des philosophischen Träumers. Denndas Gute und Böse, unsterbliche Zwillinge, begleiten sich unauf-hörlich, durch die Physische und moralische Welt.

Ihr rühmet entzückt des Aelplers Glück, sein natürliches Leben,nngekränkt vom erkünstelten Bedürfniß, seinen anspruchslosen Grad-sinn, seine Frömmigkeit. Aber der Gepriesene, kaum fähig, euer»Glückwunsch zu begreifen, führt häufig nur eine Art Pflanzen-