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zählt er die Tage seines Winters. In dieser Zeit halten sich dieAelpler still in ihren Hütten, die niedrig und eng, aus Holzstäm-men zusammengefügt, inwendig vertäfelt, nur gegen des WintersStrenge berechnet sind. Breite Steine belasten das Schindeldach,damit es der Wind nicht entführe. Kleine Fenster werfen einkümmerliches Licht in die Stube, worin ein großer von Mauer-steinen in Viereck gebauter Ofen den beträchtlichsten Raum ein-nimmt, im Verhältniß zum übrigen Hausgeräth. Die ganze Fa-milie ist um den Ofen hingelagert, entweder auf den hölzernenBänken daran herum, oder oben auf den Steinplatten. Die Kücheist in des Hauses Flur oder Eingang. Der Keller, mit Käse,Butter, Zieger, Milch u. s. f. gefüllt, ist nur einige Schuh tiefin die Erde gegraben. Mit dem Wohnhause meistens unter gleichemDach befindet sich der Viehstall.
Der Berger HauSgeräth, einfach und gering, ist nur für dieNothdurft. Viele Familien spinnen, weben und schneidern ihreKleidung selbst. Sie besteht gewöhnlich aus halbwollenem Zeuge.Jedes Thal ändert Schnitt und Farbe. Nur die Weiber zeichnensich durch einige Pracht im Sonntagsschmuck aus. An verschiede-nen Orten prangen sie mit Gold- und Silbertreffen an Haube undWamms und Goller, und silbernem Kettenschmuck und scharlache-nen Acrmeln. Nach der Sveven und Sicambern uralter Sitte,die schon Tacitus kannte, tragen sie ihr Haar, in Flechten ge-wunden, auf dem Wirbel des Kopfs, oben in einen runden Knoten,um eine löffelförmige Silbernadel, geschlungen.
Die weibliche Tracht begünstigt die schönen Formen nicht. Sieist steif, einzwängend, eckigt. Ueberhaupt gehören die rhätischenAlpenbewohner nicht zu den schönern Gattungen. Dort wehen dieWinde schneidender, und die Hitze der Sonne, von den Wändender Fclsenkeffel zurückprallend, brennt tiefer. Jedes Vergnügenwird mit einer Gefahr oder Mühe erkauft. Ein freundlicher Be-