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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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Schafen. Sievertheilen dieselben in den Alpen, und Wohnendro-ben vereinzelt, in kleinen Hütten, die ihre Hand aus übereinander-geschichteten Steinplatten gebaut hat. Dahin flüchten sie währenddes Sturms. Dahin holen sie aus der im Mittelpunkt liegendengroßen Hütte, ihrem Magazine, die LebenSvorräthe. Das Fleischder Schafe, welche an den Abgründen steiler Felsen Serunglückten,Käse und Schotten, Heidekornmehl und Polenta machen ihre ärm-liche Nahrung. Ein brauner Kittel von grober Wolle ist ihr Kleid;ein schlechter Mantel ihre Decke, ein Lager von Lüsche oder Alpen-schilf, oder gedörrtes Gras, ihr Bett. Treue, zottigte Hunde sindihre Gefährten und Wächter, die mit Kleien in Schotten gerührtgefüttert werden.

Sv leben die Schäfer während der heißen Sommertage nebenden unwirthbaren Gletschern.

Und, wie sie, die bündnischen Hirten. Wochen verfließen dro-ben , ohne daß ihnen ein Mensch in der Einsamkeit begegnet. DieBesorgung der Heerde und Ruhe nach Arbeit theilt ihre Stun-den. Das einfache Leben, und der Trotz, welchen sie allen Witte-rungen bieten, leiht ihrem Körper unzerstörbare Gesundheit. Diereizende Einöde auf grünen Auen zwischen Felsen und Wolkenwird ihnen Bedürfniß. Nicht ohne Sehnsucht und Wehmuth erin-nern sie sich dahin zurück, wenn das hohe Alter ihnen der AlpenWiedersehen untersagt. Immer sich selbst angehörend, zwanglos,unabhängig, drückt sie die Fessel des gesellschaftlichen Lebens. DasFügen in die Verhältnisse des Bürgers däucht ihnen schwer. Dar-um sind sie unbändiger und wilder, als der geschmeidigere Thal-bewohner, aber auch biederer und treuherziger, denn er. In ihrerstillen Oberwelt nehmen sie die hohe Einfalt und Rauhheit der-selben an.

Nur verwegene Gemsenjäger verlieren sich in die Alpengipfel.Diesen Waghälsen ist keine Felsspitze steil, keine Kluft schwindlicht.