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zu zeichnen, besonders bei einem so zusammengesetzten Volk, wiedas von Bünden.
Wirklich ist dies gegenwärtig auch nicht mein Vorhaben. —Ich habe mit leichten Umrissen die Hauptgegenstände dargestellt,welche auf den Nationalcharakter den ersten und entschiedenstenEinfluß haben. Ich werde wieder einige Wirkungen dieses Charak-ters beschreiben, und dem Scharfsinn des Lesers überlassen, sichein Bild von Sinn- nnd Denkart des rhätischen Volkes zusammen-zustellen.
Mehr, als in den Thälern, herrscht unter den Bewohnern derGebirgshöhen eine gewisse Gleichheit des Charakters.
Die Natur droben ist wild, und so auch ihr Mensch. An bei-den bricht das Messer der Kunst.
Alpenwirthschaft ist die vorzüglichste Beschäftigung der Hoch-länder. Minder wird sie in den an Handelsstraßen reichenden Ge-genden getrieben, wo die Unterhaltung mehrerer hundert Sanm-rvsse zur Führung der Kaufmannsgüter über die steilen und gefahr-vollen Bergrücken einträglicher ist. Man schätzte den jährlichenErtrag des bloßen FuhrlohnS für Bünden gegen 324,000 Gulden.
Keine Stätte der zwischen den Klippen zerstreuten Alpengesildebleibt unbenutzt. Bis zum Saum der ewigen Schneefluren nndGletscher klimmt das Vieh. Im südlichen Theil von Bünden habennoch, außer den Landeseigenthümern, auch die sogenannten Tes-sini, oder italienischen Schäfer, ihre Wirthschast.
Diese, meistens wohlhabende Männer aus dem Bergamaski-schen, Mailändischen u. s. f. hüten ihre eigenen, zahlreichen Heer-den. Sie treiben dieselben während der Sommermonde in die hohenmagern Bündneralpen. Der Zins, welchen sie dafür erlege», wirstalljährlich große Geldsummen ab.
Schon seit mehrern Jahrhunderten zogen die italienischen Hirtenin diese Hochgebirge. Ihre Heerde» bestehen aus vielen tausend