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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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Eine dritte Sprache des Landes ist die deutsche. Sie dehntsich am weitesten aus. Die Mundart des Volks nähert sich derschwäbischen. Von gebildeter« Klaffen wird sie aber reiner undsanfter gesprochen, als in der ganzen übrigen Schweiz. Sie warvon jeher, mit Ausnahme des Lateinischen, Sprache der Kanzeleiendes Landes. Mit zunehmendem Verkehr der deutschen und roma-nischen Gegenden erweiterte sic ihr Gebiet zum Nachthell der ro-manischen Zunge. Diese ist in einigen Gemeinden schon ganz, inandern halb erloschen, so daß Prediger den Gottesdienst in bei-derlei Zungen verrichten muffen.

Die vierte Landessprache ist endlich die italienische. Sielebt an den Grenzen Italiens, und besonders in den Thälern vonMisocco, Calanca und PuSchiavo.

Ohne Mühe läßt sich der Einstuß von so mancherlei Sprachenauf ein Voll erkennen, welches kaum, wie es gegenwärtig ist,anderthalb Hunderttausend Seelen zählen mag. Und wenn es auchkeine Musterkarte von Resten der Selten, ThuScier, Latier, Ita-liener, römischen und allemannischen Ansiedler, selbst von Hun-nen wäre, die bis hieher zu Attila'S Zeiten vordrangen, und spätemDeutschen, mit welchen wahrscheinlich Kaiser Friedrich der Roth-bart die Thäler von Rheinwald, Savien, Avers und Tenna be-völkert hat, so würde die staatsthümliche Verfassungallein genug gewesen sein, Graubünden in den Wohnsitz einerMenge kleiner, mit einander wenig gemeinhabendcr Völkerschaftenaufzulösen.

Nach der Staatsumwälzung im fünfzehnten Jahrhundert, durchwelche das Gebirg Freiheit empfing, ward das Volk unmittelbarselbstherrlich, so wie es vorher leibeigen und unterthan war.Möglich größte Freiheit jedes Einzelnen wurde die Grundlageder neuen Staatsverfassung. Diese Sehnsucht nach Lebenswillkürund bürgerlicher Fessellosigkeit kann nur in Familien, in kleinen