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.Sage. Nicht die Name» ganzer Gegenden oder Ortschaften, undderen Aehnlichkeit mit ehemals berühmter» in Thuscien sind einso bleibendes Denkmal davon, als die noch bis auf unsere Zeitengekommene alt-italienische Sprache. Sie wird die romanischegenannt, denn Roma beherrschte damals Italien, und der Nameder mächtigen Stadt überstrahlte alle übrige Gegenden der Halb-insel. Die thuseischen Flüchtlinge bewahrten ihre Mundart unver-niischt mit der ihrer Nachbarn, von welchen die Scheidemanernbeschneiter Gebirge sic trennte».
Man sicht es dieser romanischen Sprache an, daß sie nnver-kennbares Kind der römischen sei. Dem Sprachforscher muß sievon Werth sein. Es sind Nachklänge der römischen Zunge, nichtans den Tagen Augusts, sondern älterer Jahrhunderte, nicht dergebildeten, sondern der roher» Volksklasscn Norditaliens.
I» spätcrn Tagen — man behauptet, iu de» Tagen der KriegeHannibals des Karthagers —scheint eine neue Auswanderungaus dem Gebiet von Latium oder Campanien die unbewohntgebliebenen Bcrgthäler Rhätiens bevölkert zu haben. Von denhohen Quellen des Inn bis zu den Grenzen des Throls zieht sichan de» Nordscitcn des Valtelins das fünfzehn bis sechszehn Stun-den lange Bergthal Engadin hinab. Dort wird noch heutigesTages in der Zunge der latischen Flüchtlinge geredet. Ihre Spracheheißt die ladinische. Obgleich Schwester der romanischen, ist siedoch gebildeter, wohltönendcr, näher an das Lateinische und Neu-italienische rührend.
Sv werden in Bünden also zwei Sprachen geredet, welche imübrigen Europa unbekannt sind. Es wird in ihnen gepredigt,geschrieben, gedichtet, und mehrere Bolksschriften sind in denselbengedruckt. Die Völkerschaften, so sich derselben bedienen, sind durchsie mehr noch, als durch Felsenwände, vom näher» Verkehr undUmgang mit den Nachbarn zurückgehalten/