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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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Helle Landhäuser; Flecke» und Städtchen, welche der Trümmeralter Ritterschlöffcr spotten, dtc, wie Memento Mori's, seit Jahr-hunderten an den Felswänden kleben. Bei solcher Ansicht glaubtman zuweilen in einem Traum zu wohnen, der mit phantastischerFcenyand Sitten entfernter Jahrtausende, Gegenden entfernterHimmelsstriche, Novazcmbla's Eis und Italiens Blumen zu-sammenfügte.

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Verschieden, wie die landschaftliche Natur, ist auch Bildungund Denkart der Bewohner des rhätischen Hochlandes. Europahat wenige Länder, wo so außerordentliche Umstände zusammen-spielen, das bunteste Gemisch von Gesittnngsstufen zu bilden.

Der Bau der Thälcr, welcher, wie in einzelnen Kammern, dieeine Masse der Einwohner pon der andern sondert, trägt dazu nichtwenig bei. Getrennt von den Nachbarn durch ungeheure Berghohen,lebt jede Thalschaft für sich. Orts- oder Gemeindsrechte erschwerendie Niederlassung der Fremden, und fremd gelten selbst Bündnerin jedem Thale, wo nicht ihre und der Aeltern Heimat ist. Manverheirathet sich selten in ein entlegenes Thal; bleibt, bei demewigen Umgang mit sich selbst, auf eine gewisse Zahl von Begriffenund Kenntnissen beschränkt; treibt sich seit Jahrhunderten in demgleichen Kreise der Bedürfnisse herum; bewahrt ungestört Sitten,Gebräuche, Vorurtheilc, Denkarten und Neigungen der Vorfahren.

Lage und Klima der Wohnsitze vermehrt den Grad ihrer Ver-schiedenheiten. Andere Bedürfnisse, andere Beschäftigungen,anderer Wohlstand herrschen in den rauhen Hochgebirgen; anderein den Gelände» tieferer Thäler. Die Natur selbst entzog denBewohnern so verschiedener Gegenden das gemeinsame Interesse,und machte sie in der Mitte des Festlandes zu Eiländern. WLH-