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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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ziehe. Erinnern Sie sich, daß die gegenwärtigen politischen undkirchlichen Verhältnisse dieses Weltthcils nur erst eine halbvoll-brachte Loswindung von der Barbarei finsterer Zeitalter sei; daßdort in allen Ländern mehr oder weniger noch gewisse Begriffe,Stiftungen und Herkömmlichkeiten als ausgemachte Wahrheiten,als unabänderliche Bedürfnisse gelten, Sachen, die bei uns schonzu den Vorurtheilen gehören; daß mehr oder weniger sich alleReiche Enropens in ihren Formen und Begriffen verwandt sind;daß diese Formen und Vorstellungen durch tausendjährige Daran-gewöhnung und Wcitervcrcrbung anfs innigste mit der Denkart derVölker verwachsen sind; daß folglich weder Philosophie noch ge-sunder, unbefangener Menschenverstand, beide im Grunde eins, ihrursprüngliches Recht behaupten können. So wie es alten Leuten,auch wenn sie noch so gcscheidt sind, schwer fällt, sich von Schul-begriffen, angenommenen Systemen und Gewohnheiten ihrer Jugend-zeit zu trennen, so ist dies ganzen Nationen noch weit schwerer.

Ich habe in Europa Soldaten und Priester, Staatsmänner,Adeliche und Bürgerliche gesprochen. Wie gesagt, Alle beurtheiltcndie Dinge nach Maßgabe ihres Berufs. Fragte ich aber nach derUrsache ihrer Hanptursachcn, fragte ich: woher die Ueber-legcnheit der französischen Strategie und Taktik? woher die Spannungzwischen Bürgerlichen und Adelichen? woher die falsche Politik derKabinete u. s. w.? so zuckte man die Achsel; so meinte man, dieFrage führe zu weit; darüber ließen sich abermals dicke Bücherschreibe».

Schlichter Mutterwitz hat aber keiner Folianten Vonnöthen, daszu erkennen, was vor den Angen aller Welt, die sehen will, offenliegt. Der gesunde Menschenverstand behauptete einige Jahre langin Frankreich sein Recht mitten unter allen Ausschweifungen derLeidenschaften hohen und nieder» Pöbels. Dadurch ward Frank-reich mächtig. Man schaffte bloß die erblichen Vorrechte be-