174
bewaffnete Fahrzeuge gegen die Küste der Insel fahren sah. Siehatten französische Flagge aufgcstcckt. Allein die Art, wie sie er-schienen, mit wenigen Segeln, eins dicht neben dem andern, starkmit Mannschaft besetzt, und besonders, daß man deutlich Linien-trnppen erkannte, mußte Besorgniß erregen. Der Argwohn stieg,je näher sie kamen. Es konnte auch eine feindliche Unternehmungunter französischer Flagge gegen Curassao sein.
Lauffer, ans jeden Fall gegen Uebermschung sicher zu stehen,ertheilte die nöthigstcn Anordnungen. Der Hafen ward mit einerKette gesperrt, vom Pontonschiff Ceres nach der gegenüberliegendenSeite. Man schlug Lärmen. Die Landwehr versammelte sich un-term Gewehr.
Die Landwehr von Curassao, zu ihrem Ruhm verdient es gesagtzu werden, war immer brav, aber durchaus schlecht bewaffnet.Der Gouverneur hatte 12,000 Pezos Unkosten daran gewagt, guteFlinten zu bekommen, und diese doch nicht erhalten können. Fürdas Pfund Pulver hatte er sogar zwei Pezos zahlen müssen. Soscharf lauerten freundliche und feindliche Kaper den mit Munitionbefrachteten Fahrzeugen in diesen Gegenden auf. Unterstützung vonKriegsbedürfniffen damals aus Holland selbst zu erwarten, wäresehr eitel gewesen. Sie war mehrmals und vergebens begehrt worden.Man hatte seit einem Jahre mit den spanischen Nachbarn unter-handelt, nur zweihundert gute Flinten verlangt; allein die Ne-gierung von Venezuela gewährte bloß Hoffnungen, die sie nieerfüllte.
Es war neun Uhr Morgens, als die Fahrzeuge einrücktcn, allezugleich; eins nach dem andern in ungefähren Zwischenräumen vonzwei Minuten. Sie versuchten die Kette zu sprengen, mußten sichaber gefallen lassen, vor der Veste Amsterdam, unter den Kanonenderselben, unter denen der Stückschanzen und des PontonschiffesCeres, vor Anker zu gehen. Der Gouverneur schickte ohne Verzug