Druckschrift 
33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
Seite
150
Einzelbild herunterladen
 

150

Macht auf dem Meere die Grundlage: thätiger Seehandel,womit damals in Frankreich kaum der Anfang gemacht wordenwar. So erhielt Großbritannien, welches seinen Verkehr inder Stille nach allen Weltgegenden ausdehnte, unvermerkt Ober-hand. Bald hatte Holland mit der furchtbaren Nebenbuhlerin aufallen Meeren zu streiten. Und unbchutsam stürzte es sich durchallzulebhafte Thcilnahme an den französischen Kriegen in Schulden,und erschöpfte noch mehr seine Kräfte in dem spanischen Erbfolge-kriege durch ungeniessenc Anstrengungen.

Dies und besonders der zwieträchtige Geist des BundeSthnms,welcher das Innere des republikanischen Hanswesens zerrüttete,zwang Holland, von der glänzenden Rolle und der Theilnahme anden Händeln der europäische» Welt zurückzutreten. Die Eifersuchtder freien Niederländer gegen die Anstrebungcn und Absichten derStatthalter aus dem Hause Oranien, hielt den Bundesstaat inimmerwährender verderblicher Währung, und erfüllte ihn mit Par-teien, deren Groll vom Vater zum Enkel vererbte.

7 .

Die niederländische Bundesverfassung hatte sich ungefähr ebenso theilwcise und gelegentlich zusammengestaltet, wie die eidgenös-sische in den Alpe». Jeder von den kleinen Freistaaten war, mitVorbehalt seiner alten Rechte und Einrichtungen im Innern, alsselbstherrlich zum allgemeinen Verein getreten. Das ursprünglicheVerhältnis: unter ihnen war eigentlich ein engeres Schutz- undTrutzbündniß gegen fremde Gewalt. In der Schweiz wurden all-gemeine Angelegenheiten in einer Tagsatzung verhandelt, zu welcherdie Kantone inSgesammt Abgeordnete sandten, die von ihren Sen-dern mehr oder minder beschränkte Weisungen und Aufträge mit