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Aber ungleicher Druck der Noth in den verschiedenen Landschaften,örtliche Vorurtheile, Bortheile und Gewohnheiten, Parteigeist derBürger, Persönlichkeiten der Häupter, hinderten hier die gleich-zeitige Theilnahme aller Provinzen am Kampf und Znsammen-schlicßen in einen einzigen Staat. Gleichwie erst im Jahre 1579die fünf Provinzen, Holland, Seeland, Utrecht, Geldern undFriesland, in der Ntrechtcr Union znsammentraten, und dann erstdurch OberyssclS, zuletzt durch Groningens Beitritt (im Jahr 1594)die Republik der vereinigten Niederlande gebildet ward: so warauch die schweizerische Eidgenossenschaft der acht Orte erst im Jahre1353'gebildet und der ewige Bund der dreizehn Kantone erst andert-halbhundert Jahre (1513) vollendet worden. Aber die Niederlande,wie die Schweiz, dankten beide dem wcstphälischcn Friedcnsschluß erststaatsrechtliche und allgemeine Anerkennung ihrer Unabhängigkeit.
Die Niederländer waren schon von Alters her gewohnt, dievollziehende Gewalt in den Provinzen durch Statthalter derFürsten und Grafen ansgeübt zu sehen. Daher behielten sie auchwährend der Freiheitskriege diese Form bei, nur daß sie sich dieStatthalter selber sctztcu. Einer konnte es zugleich von mehrernProvinzen sein, und war besondersdas Haupt ihrerbewaffneten Macht.Dadurch ward es möglich, daß das Haus Oranien zu höhererBedeutsamkeit gelangte, indem die Söhne dieses Heldcnstammes,durch Verdienste in den Freiheitskriegen gegen Spanien, bleiben-des Ansehen und Vertrauen bei der Nation begründeten. Ganzandere Verhältnisse fanden bei den Schweizern statt. Ihre Städteund Länder, meistens unmittelbar unter Kaiser und Reich, nur imlockern Verbände mit denselben, fühlten deren Einfluß wenig. DieReichsvögtc besaßen geringe Gewalt, wohnten nicht einmal jeder-zeit im Lande selbst. In Kriegstagen wählten die Völkerschaftenaus ihrer Mitte, oder aus der Nachbarschaft, einen bekannten,kriegserfahrncn, tapfer» Ritter zum Feldhauptmann. So gelangte