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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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S.

Das also war das unbeabsichtigte Werk des gewaltseligen Phi-lipp von Spanien; so wie auch die Freiheit in den AlpenHelveticnS das Werk des ländcrsüchiigen Königs Albrecht vonOesterreich geworden war. Völker, die von Natur arm sind, unddie Quellen ihres Wohlstandes allein in der größcrn Freiheit er-blicken müssen, mit der sie sich bewegen und erwerben können,gehen leichter in Verzweiflung und Aufruhr über, als reichereNationen. Denn jene verlieren mit ihren Freiheiten zugleich dieBedingungen, unter welchen ihnen Lebensgenuß möglich und Auf-enthalt in unfruchtbaren Landstrichen erträglich ist. Völker hin-gegen, die ihr Wohlsein mehr der Freigebigkeit des Bodens, densie bewohnen, oder der vortheilhaften Lage ihrer Heimat danken,legen geringem Werth auf staatsthümliche und bürgerliche Unbe-schränktheit. Hier kann sich sogar asiatisches Gewaltthum unge-hinderter ausbilden, weil, wenn auch alle Rechte verloren wären,der Zwinghcrr doch nicht so leicht die natürlichen Vortheilc desLandes und die reichen Spenden der Natur erschöpfen und ver-tilgen kann.

Die Niederländer hatten, mit länger» oder kürzer» Zwischen-fristen, siebenzig Jahre lang für die Grundlage ihres Daseinsund Wohlstandes zu kämpfen; die Schweizer beinahe zweihundertJahre lang, nämlich von der Schlacht bei Morgarten (1318) biszu letzten Schlacht des Schwabenkriegs (1499). Es fällt vergöt-terten Gewaltigen der Erde jederzeit schwer, an der Nnüberwind-lichkeit ihres Willens zu zweifeln, oder an die Stärke eines Volkeszu glauben, das wegen seiner Freiheit das Aeußcrstc wagen will.

Vielleicht früher und glücklicher wäre die Sache der Nieder-lande gegen Spanien entschieden worden, hätten sie sich für dasgemeinschaftliche Ziel früher zu einem festen Bund vereinen lassen.