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dahin. Dieser aber, von Vertrauten dortiger Polizei umgeben,erfuhr nur, was man ihm wissen zu lassen für gut fand; hintcr-brachte, eö werde wirklich in zehn Tagen ein Aufstand in Bergamoausbrcchen, der aber schon den Tag nach seiner Heimkunft ausbrach.
Die Nacht vorher hatte der französische Platzbefehliger die Ka-nonen anfführen und die Wachen verdoppeln lassen. Zum Vor-wand nahm er die Bewegungen unter den venedischen Soldatender Besatzung. Bald erschienen beim Podest« Ottolini Mitgliederdes Stadtraths und zeigten ihm an, der französische Befehlshaberhabe sie ziemlich gebieterisch ermahnt, ohne Umstände dem Wunschdes Volks nach Freiheit und Vereinigung mit Cisalpinien nachzu-geben. Ottolini bat sie, standhaft zu sein, treu einer Negierungzu bleiben, der sich ihre Vorfahren seit vierhundert Jahren frei-willig unterworfen hätten. Unterdessen aber lief das Volk ingroßen Haufen zusammen, wählte eine neue Munizipalität, unddiese schrieb des folgenden Tags nach Mailand um Vereinigungmit Cisalpinien. Dem Podest« Ottolini ward angczeigt, er mögesich entfernen. Er gehorchte. — Es ist mehr als wahrscheinlich,daß die Franzosen, wenn auch keinen öffentlichen, doch sehr thätigeinen heimlichen Nntheil an dieser Umwälzung genommen haben.Man kennt die Franzosen ans jener Zeit. Jeder Korporal nahmdamals die Miene eines Staatsvcrbefserers und FreiheitestiftcrSan. Aber es ist eben so wenig zu läugnen, daß das Betragen dervenedischen Regierung und ihrer Landvögte in den Provinzen einengroßen Theil des Volks gegen sich gestimmt hatte. Ottolini warVielen durch sein herrisches, willkürliches Verfahren verhaßt wor-den. Erst da die Gefahr erschien, wollte er Plötzlich ein srennd-licher Volksmann werden; er sprach vom hundertjährigen Glückdes Landes, von Vaterlandsliebe u. dgl. m., und machte eben da-mit sich, seine Regierung und die alte Ordnung nur verächtlicher.
Das alles war zu Bergamo ohne weitere AusschweifungenZsch. Ges. Schr. 33. Thl. 5*