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man unterhielt gern in den von ihnen durchzogenen oder besetztenProvinzen die stumme Wuth des vom fremden Kricgsvolk hart-geplagten Volks: aber predigte öffentlich Mäßigung, Ergebung indas Geschick, und redete mit Glimpf und Würde zu den Feldherrenund Gesandten Frankreichs. Diese trugen ein Bündniß an. Frank-reich verhieß nicht nur Gewährleistung für alle Besitzungen, sondernVersprach noch beträchtliche Vortheile. Aber der Senat von Venediglehnte standhaft die Anerbietungen ab, mißtrauisch gegen die Dauerdes französischen Waffenglücks, welchem er im Herzen stuchte. Erbereitete sich vielmehr insgeheim, aber zu spät, sollten früher oderspäter Oesterreichs Fahnen wieder obsiegen, diesen durch allgemeinenVolksaufstand thätig beiznstehcn. In der Hauptstadt, noch mehrin den Provinzen, die abwechselnd von Franzosen und Deutschenverwüstet wurden, zeigte sich alles Volk willig. Der Podesta vonBergamo meldete seiner Regierung: man erwarte nur VenedigsWink, und 30,000 Mann würden sich in Waffen erheben. Ueberallwurden die Rüstungen eifrig fortgesetzt; aus Istrien, Dalmatienund Albanien Soldaten gezogen; kleine Vesten aufgeworfen; Pässeverschanzt; alle Fahrzeuge der Lagunen bewaffnet. Es war endlichdarum zu thun, einen Oberfeldherrn zu ernennen. Keinem derPatrizier traute man aber Kriegskunde genug zu; auch wollte mannicht von der Handlungsweise des Alterthums abwcichen, sonderndas Heer lieber einem Fremden anvertrauen. Es hielt sich ebendamals zu Venedig der Prinz von Nassau-Siegen auf, derdurch manche Waffenthat zu Land und zu Wasser, und besondersdurch seine Anführung der schwimmenden Batterien vor Gibraltar,einen Namen erworben hatte. Man dachte daran, ihn an dieSpitze der vcnedischen Macht zu stellen. Aber ein Wink von Wien,der Kaiser sei diesem Prinzen persönlich abgeneigt, — und esward unterlassen.
Inzwischen währte der Kampf der Deutschen und Franzosen