öffentlichen Blättern die Zuschrift eines französischen Departements» an den Nationalkonvcnt las, worin der Verfasser, aus Nnknnde,auch Venedig unter die offenen Feinde Frankreichs gezählt hatte.Sogleich bereute man die voreilige Keckheit, den Gesandten derfranzösischen Republik nicht anerkannt zu haben, und beeilte sichsehr zuvorkommend, den Fchlschritt gut zu machen. Man nahmden Gesandten ans; man anerkannte die Republik; man schickteeinen vcncdischcn Botschafter nach Paris (1785), und wies, aufdas bloße Verlangen des französischen Direktoriums, den KönigLudwig xvm ans dem Lande fort, wo derselbe bisher, als Grafvon Lille, zu Verona Zuflucht gefunden hatte. Hundert und vier-nndvierzig Stimmen gegen drciundvicrztg sprachen (April 1796)die Verbannung ans. „Ich will abreiscn," sagte der König,als ihm der Befehl bekannt ward, „aber man reiche mir dasgoldene Buch her, damit ich den Namen meiner Familie darinansstreiche, und gebe mir die Rüstung meines Ahnherrn Heinrich IV.wieder, womit seine Freundschaft die Republik beschenkt hatte."
Bonaparte cröffnete zu derselben Zeit seinen ersten Feldzugin Italien. Es folgten die Schlachten und Treffen von Monte-notte, Millesimo, Dcgo, Mondovi und Lodi rasch auf einander.Siegend schritten die Franzosen über den Po und Mincio und dieAdda, und kamen zugleich mit de» fliehenden Oesterreichern ansvencdischcs Gebiet. Der österreichische Feldherr Beaulieu hatteeinen Augenblick lang gehofft, sich längs dem Mincio behauptenzu können, und dcßwegcn von seinem Kriegsvvlk in die vencdischeFestung Pcschiera geworfen, nachdem er dem Provcditore Ni-cola Foscarint davon eine bloße Anzeige hatte zugchcn lassen.Pcschiera war aber von Venedig im schlechtesten Vcrtheidignngs-znstande gelassen. Es hatte eine Besatzung von sechszig Invaliden,Kanonen ohne Lafetten, den bedeckten Weg mit Bäumen bepflanzt,die Werke seit hundert Jahren versäumt. Beaulieu konnte sich nicht