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znlösen begannen, und bald unter stürmischen Erschütterungengänzlich zusammenbrachen. Der ganze Weltthcil gerietst in Be-wegung.
Antvnio Capello, damaliger vcnedischer Gesandter zu Paris,wachsam über die Ereignisse der Zeit, mahnte seine Regierung,ans ihrer Sicherheit hervorzugehcn, sich auf außerordentliche Er-scheinungen gefaßt zu machen, und nicht länger zu glauben, daßsic eines behaglichen Friedens genießen werde, wen» das gesammieEuropa in einen Ungeheuern Krieg gestürzt würde.
In ruhigen Alltagszeitcn können die alltäglichsten Menschen,wenn Herkunft oder Vermögen ihren blöden Verstand unterstützen,für ganz vorzüglich gelten und sich selbst dafür halten; eben sokönnen Regierungen in gewöhnlichen Zeiten mit einem Schein vonWeisheit und Kraft und Würde glänzen, weil das einmal auf-gezogene Uhrwerk des Staats von selbst läuft. Schmeichelei oderEigenliebe halten das für Kunst des Steuermanns, was Windund Wellen von selbst thnn. Aber im Sturm erst wird des MannesWerth am Ruder offenbar.
Die vcnedische Negierung hatte noch das alte Vornrtheil En-ropens für sich; sie selbst aber besaß noch ein größeres von ihrerVortrefflichkeit Die Zeit der Prüfung erschien und enttäuschte sieund alle Welt. Man führte noch große Namen aus der Vorzeitund große Worte ans der Gegenwart, aber nur für beschränkteAnsichten und kleinliche Interessen. Nach einem sicbcnzigjährigenFrieden fühlte man keine Kraft oder Lust in sich, beqnemliche Ruhegegen wagende Thätigkeit zu vertauschen. Die bisherige Gleich-gültigkeit gegen das Kriegswesen blieb, wie sie war, wenn schonder ganze Wclttheil von, Waffengeräusch erscholl. Das Bewußtseinder Schwäche verbarg sich hinter vornehmen Redensarten, dieTrägheit hinter dem Schilde der Unparteisamkeit, und die Feigheittrotzte ans die Heiligkeit der Unschuld. Man bildete sich ein, die