patrizischen Jngcnd am lebhaftesten rührten, schon früher durchMüßiggang, Reichtynm und zyprische Ueppigkeit znm Edler» ent-nervt. Schon in den letzten Seekriegen gegen die Türken warnicht mehr die Regsamkeit, Wachsamkeit, Ordnnngssirenge undallcsbesiegende Entschlossenheit der Alten sichtbar gewesen.
Nnr Festhalten an bestehenden Formen der Verfassung, Heilig-haltung herkömmlicher Einrichtungen, Abwehrung fremden Ein-flusses auf Angelegenheiten des eigenen Staates, Geheimhaltungderselben vor den Augen der Eiügebornen und des Auslandes, ver-blieben in gewohnter und verdcrbenvoller Kraft. Ja, weit ent-fernt, sich im Laufe der Jahrhunderte zu schwächen, verhärtetenund erstarrten diese Grundsätze mit zunehmendem Alter des Staats.Sie mußten es nothwcndig, weil das Interesse aller Patrizier war,sie zu bewahren, weil, ohne sic, die regiernngsbcrechtigten Ge-schlechter ihren Untergang vorsahen. — Daher stand die vcncdischcNegierung in neuern, wie in älter» Zeiten, verhüllt und in sichabgeschlossen da. Der Geist ihres Gewaltthnms aber milderte sichzu keiner Zeit. Jede Auflehnung der Gedrückte» ward mit blut-dürstigem Zorne gerächt. Darum sah man auch immer von Zeitzu Zeit Auswanderungen vieler bedrängten Nntcrthancn, von Zante,von Cattaro, von Dalmatien nach Rußland, oder selbst in dieTürkei (noch im Jahre 1785). Nie aber auch erhielt die Geist-lichkeit hier den Wirkungskreis, welcher der Ruhe anderer Staatenoft gefährlich war. Rom mochte drohen und donnern, wie eskonnte, Mönche und Weltgcistliche blieben in uralter Abhängigkeitvon der weltlichen Obrigkeit; ausgenommen rein-kirchliche Ver-gehen der Priester- und Mönchschaft, wurden alle vor weltlichenGerichten benrtheilt und bestraft. Sobald die Jesuiten im Staate»nd gegen den Staat eine gewisse Selbstständigkeit anzunehmennur die ersten Versuche wagten, wurden sie sortgcschafft und niewieder, als Orden, zngelaffen.
Zsch. Ges. Schr. 33. Thl.
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