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stigten: trat für den Laguncnstaat eine vorher unbekannte Neben-bnhlerei ein.
Noch war Venedig reich, noch mächtig ans den Meeren. Nochwar es nicht bloß handelnder Staat, sondern sclbstfabrizircnder.Es verarbeitete nicht nnr die rohen Stoffe der Fremde, um denGewinn daran zu vcrhundertfältigen, sondern versuchte die rohenStoffe auf eigenem Boden zu erzielen, und sich auch hierin vonder Gunst des Auslandes unabhängig zu stellen. Es bevölkerte dieWeiden der Polesine und die istrischen Berge mit Schafhccrden,bepflanzte die Küsten Friauls mit Maulbeerbäumen zur Zucht desSeidenwurms und versuchte die Erziehung des Zuckerrohrs auf denlevantischen Inseln. Verona, Vicenza, Padua und Bassanoarbeiteten in Wolle und Seide; Padua lieferte Hüte, Muranoalle Arten GlaSwaaren; Brescia Seiden- und Leinenzeuge; vor-züglich aber Waffen aller Gattung und Holzarbeiten; Bergamogezwirnte Seidenstoffe, Papiere, leichte Linnenzenge; die Haupt-stadt selbst Seidenwaarcn, Spitzen, Hüte, Seife, Spezereien,Gold- und Silbergerkthe n. s. w.
Aber auch Frankreich, auch Deutschland und andere Länderveredelten nun allgemach ihre Gewerbe und warfen die Erzeug-nisse ihres Bodens und Kunststeißes in den Handel. Durch vor-züglichere Güte der Maaren, oder durch wohlfeilern Preis der-selben bei gleicher Güte, verlor Venedig nach und nach in vielenGegenden die gewohnte Menge der Käufer. Vergebens machteseine Eifersucht mancherlei Hand- und Kunstgriffe der Werkstättenzum Geheimniß: es fehlte den fremden Völkern nicht an erfinde-rischem Geist. Keine Quelle des öffentlichen Neichthums ist füreinen Staat unzuverlässiger, als die, aus welcher jedes andereVolk, sobald es will, sein Bedürfniß eben so gut schöpfen kann.
Noch hatte Venedig die Ueberlegenheit der Seemacht. Ver-mittelst weitzerstreuter Besitzungen und Niederlassungen, die ihm