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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
Seite
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Gebiete; machen den adriatischen Golf zinsbar; wetteifern mit denersten Seemächten; bringen den größten Theil des indischen Han-dels in ihre Gewalt; machen durch ihre Maaren die meisten Länderdes Wclttheils zinsbar, und zwingen selbst den größer» Reichendes festen Landes Ehrfurcht ab.

Wie bewundernswürdig dieser Aufschwung Venedigs erscheint,darf man doch nicht vergessen, daß ihn auch die Verhältnisse derJahrhunderte, die Zustände damaliger Nationen nicht minder be-förderten, als die kluge und unternehmende Regsamkeit der La-gunenbewohner. Während diese im Umgang mit Völkern dreierWelttheile deren Sitten, Vorzüge, Künste und Gewerbe kennenlernten, sie sich eigen machten, und damit die Ucbcrlegenheithöherer Ausbildung empfingen, verharrte der größere Theil desübrigen Europa in einer Art Barbarei, der er sich nur langsamentwand. Während in Venedig Freiheit blühte, hingen die meistenübrigen Staaten gelähmt in den Fesseln des Fcudalwesens undder Priestcrherrschaft. Während Venedig, ungehemmt, seine Ver-fassung im Innern der Stadt gestalten konnte, waren die übrigenReiche durch Faustrecht und Lchenthum zerrissen, oder durch Gc-waltsherren, oder durch gothischc Verwirrung zahlloser einzelnerNechtsame bestrickt. Venedig hatte nur schwache Nachbarn, mitdenen es furchtlos in den Kampf trat; die Mächtiger» wohntenentfernt. Außer Pisa nnd Genua standen selbst keine Mitbewerberum den Welthandel da; die nordische Hansa blieb auf den Nordenbeschränkt.

Sobald aber diese Umstände änderten; sobald mit den fort-rückcndcn Zeitaltern auch bei andern Nationen Künste und Wissen-schaften erwachten; die Staaten beffcrgeordncte Verfassungen nndGesetze annahmeu; die Völker Handel und Gewerbflciß liebgewan-nen, die Fürsten denselben zur Vermehrung ihres Glanzes begün-