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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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tcte, die Hauptstadt in den Lagunen selbst zn nehmen. Nur Ver-zweiflung und Nationalhaß gegen Genua, verbunden mit glück-lichen Zufällen, rettete damals noch den Staat.

Kaum vierzig Jahre nachher aber prangte Venedig schon wiederin fast nie gesehener Machtfülle. Daru hat uns aus glaubwürdi-ge» Urkunden den damaligen Zustand Venedigs (ums Jahr 1420)geschildert. Die Hauptstadt besaß, nach einer zu derselben Zeitveranstalteten Zählung, 100,000 Einwohner; die Bevölkerung warim Wachsthum; die Gebäude, deren Werth auf sieben MillionenDukaten angeschlagen wurde und wovon die Miethe allein auf

500.000 Dukaten betrug, stiegen fortwährend im Preise. Manbezahlte damals einen Palast mit 3000 Dukaten. (Die heutigeBevölkerung der prächtigen Stadt übersteigt kaum die Zahl von

120.000 Seelen, worunter bei 20,000 Bettler sind!) Es wurdenjährlich eine Million Dukaten in Gold, 200,000 Stück Silber-münzcn und 800,000 Stück Scheidemünzen ausgeprägt. Man zähltetausend Edclleutc in der Stadt, deren Vermögen sich auf 4000bis 70,000 Dukaten Einkünfte für Einzelne belief. — DreitausendKauffahrteischiffe von 100 und 200 Tonnen, und dreihundert großeFahrzeuge beschäftigten 25,000 Matrosen; und fünfundvierzig be»waffnete Galeeren, mit 11,000 Mann besetzt, waren beständig zumSchutz des Seehandcls thätig.

Die Flotten führten Jahr um Jahr für zehn Millionen Du-katen Waarcn in die Fremde aus, die einen Gewinn von zweiFünfteln abwarfen, davon die Hälfte die Unkosten der Schiffe zahlteund 36,000 Seeleute nährte, und die andere Hälfte den Geldstockder Kaufherren vergrößerte. Der Waarenabsatz in die Lombardeiallein betrug jährlich wenigstens 2,789,000 Dukaten. Die gesamm-ten Einnahme» des Staates, nach Abzug aller Unkosten, gewährtenein reines Einkommen von 996,290 Dukaten.

Zwar die Eroberungen der siegreichen Türken im Orient, welche