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Ursachen der Ansruhre, und Flamme und Schwert über die Un-glücklichen gewöhnlich das Mittel, sic z» stillen.
Nicht jederzeit konnten alle Adelichen mit Remtern versorgtwerden. Zn nnwl'ffend, oder zu hochmüthig, durch ehrenhafte ArbeitUnterhalt zu erwerben, versanken viele in Armuth. Sie schämtensich nützlicher Thätigkcit, aber nicht des Müßiggangs und des Al-mosens. Es wurden Stiftungen für verarmte Nobili gegründet;sie empfingen Jahrgeldcr; ihre Sohne genossen nnentgeldlichenSchulunterricht, ihre Töchter wurden in Kloster gegeben. Darumwar die gesetzliche Sitte nicht unweise, daß alle venedische Edcl-lcnte, gleich den Bürgern, im langen, schwarzwollcnen Oberrockgehen mußten. Theils ward durch diese Verbannung äußerer Unter-scheidungszeichen, welche die Prachtliebe und Eitelkeit erfindet,unter den Nobili mehr Gefühl der Gleichheit erhalten; theilsden Neichen des Bürgcrstandes erschwert, die Dürftigkeit desAdelichen zu erkennen und sich über dessen Armseligkeit zu er-heben.
Die beschränkte Zahl der öffentlichen Aemter, welche von Pa-triziern bekleidet werden konnten, und daneben die Nothwcndigkeit,die adeliche Jugend anständig zu versorgen, gab der StaatsklngheitVenedigs neuerdings falsche Nichtungen. So oft sich nämlich Ge-legenheit darbot, in der Nachbarschaft das Gebiet mit einer neuenProvinz zu erweitern, ward sic vom Großen Nathc mit Begierdeergriffe». Denn jede neue Eroberung gab dem Patriziate neueAussicht zur Versorgung und Anstellung von Söhnen und Ver-wandten. In Demokratien sind die Besoldungen der Beamtenmeistens gering und die Remter werden mehr der Ehre und desEinflnsscs wegen, als der Bereicherung willen, gesucht. In Mo-narchien ist der Fürst wegen Ernährung seiner Familie außer Ver-legenheit. Dort, wie hier, führen meistens Ruhmliebc, oder Vater-landsstolz in den Erobcrnngskricg. In der Aristokratie hingegen,