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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
Seite
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grauenvoller, als die Willkür der asiatischen Sultane schaltete.Härte und Schlauheit waren durch kaufmännisches und kriegerischesGewerbe der Venediger schon seit Jahrhunderten Grundzüge inder Gemüthsart des Jnselvolks geworden; damit hatte sich, durchNeichthum und Glück genährt, hochsahrender Stolz verbunden. Dasging nun in Verfassung und Gesetzgebung des Staates über undzeichnete th» unter allen übrigen in Europa durch eine Eigenthüm-lichkcit aus, welche wohl oft überraschen, nie aber wahre Bewun-derung oder Vertrauen erregen konnte. Vielleicht entstand eben soeinst oder ans ähnliche Weise, aus ähnlichen Ursachen, das Kar-tago der alten Welt, mit seiner finstern, harten und verschmitztenPolitik, vor welcher die Römer Scheu und Abscheu trugen.

Die Stiftung eines Erbadels, eines Patriziats, von Geburts-Wegen Herrscher, zeigte sich dem Staate noch von anderer Seiteverderbcnsvoll. Der Gcschlechterhochmuth machte sich wichtig.Er fand es bald rühmlicher, die Wurzeln der Stammbäume imPalastc altrömischer Helden, als in der gebrechlichen Schiffcrhütteeines der Urahnen zu suchen, der den Schlamm der Lagunen be-festigt und durch Flei^nnd Arbeit Vermögen erspart hatte. Ehe-liche Verbindung mit Töchtern des Bürgcrstaudes galt bald wieEntweihung. Kinder solcher Ehen waren nicht herrschaftöfähig, dahingegen Vermählungen mit unehelich gebornen Töchtern der Pa-trizier keineswegs entadelte. Kaufmännische Geschäfte zn treiben,denen der Staat seinen Glanz dankte, schien Edelleuten nach undnach unanständiger; ward zuletzt gar untersagt und nur Bürger»überlassen. Patriziern, als gebornen Staatsmännern und Regenten,geziemte nur vom Staate zu leben, als obere Beamte, als Ver-walter auswärtiger Unterthauenprovinzeu, als Hauptleute beimHeere, als Befehlshaber zur See, als Gesandte zu fremden Mäch-ten n. s. w. Aber auch fürchtete man, und nicht ohne Grund, daßtm Handelsverkehr das Glück eine der Familien mit übermäßigem