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einen goldenen Ring, mit der Herrschaft über das adriatischeMeer, das längst schon ihren Flaggen gehorchte.
Der Antheil, welchen Venedig noch' an später» Kreuzzügen,dann an den Händeln der Kreuzfahrer mit den treulosen KaisernGriechenlands, endlich an der Eroberung Konstantinopels durch dieLateiner (im Jahr 1204) hatten, ist bekannt. So groß war da-mals die Hochachtung der im Orient siegreichen Abendländer vorHeinrich Dandolo, dem Duca Venedigs, daß sie die Krone desmorgenländischc» Kaiserthums auf sein Haupt setzen wollten. Eswäre geschehen, aber ein vcnedischer Edler, Pantaleone Barbo,widcrsetzte sich, weil er mit Recht den Glanz seines Vaterlandesmehr in der Wohlfahrt desselben, als in Erwerbung un-sicherer Kronen gegründet fand. „Die Krone des Kaisers aufdem Haupte eines venedischen Duea's," sprach er, „würde diesenfür die Freiheit der Republik zu furchtbar machen, während dochdie Republik zu schwach wäre, sein Kaiscrthum zu beschützen. DieVereinigung Venedigs und Konstantinopels würde den Sitz derRegierung in letzterer Stadt nothwendig machen, und Venedigwäre Nnterthauin, dieweil sie hätte Griechenlands Herrin seinwollen. Dem Duca aber Vorschlägen, aufzuhörcn Venezianer zusein, um Kaiser zu werden, heißt ihm einen Thron geben, ohneMittel, denselben zu behaupten, und der Republik eines ihrerehrwürdigsten Geschlechter rauben."
Die Sprache Barbo's war der Vaterlandsliebe und des Stolzeseines Römers aus dem Alterthum würdig. Und in der That ge-wann die adriatische Seestadt, in der Theilung des morgenländi-schen Reiches, Größeres durch sichere und vortheilhafte Besitzungen,als durch den Ruhm, Gebieterin eines entfernten, aber schwanken-den Thrones zu sein. Längs den Ufern des schwarzen Meeres,des Propontis, des Hellespont und Kleinasiens empfing sie vieleStädte und Handelsplätze; Adrianopel, die Stadt, und den