fahrt bereichert. Er ertrug kein Unrecht mehr, das ihm zugefügtward, ohne rächende Vergeltung; er zerstörte die alte Adria bisauf den Grund, weil diese Stadt das Loredanische ansprach, welchesVenedig zugleich mit der Hoheit über Cavarzcre erworben hatte;es demüthigte die Könige von Kroatien und Ungarn, welcheDalmatien anfgcwiegelt hatten, und dämpfte Zara's Empörungs-Versuche mit Nachdruck. Schon den ersten Kreuzzug zur Wicder-eroberung des heiligen Grabes hatten die Venediger mit zweihun-dert Schiffen (im Jahr 1098) begleitet. Während die übrigenchristlichen Reiche sich mit Aufopferung ihrer Herre und Schätzeerschöpften, gewann Venedig, weil es sich, als Seemacht, nurmit Verwüstung und Plünderung der asiatischen Küsten, oder mitKnüpfung neuer Handelsverbindungen beschäftigte. Es erhielt imKönigreich Jerusalem freien Verkehr für seine Kanffahrer und dasVorrecht für dieselben, nur eigenen Obrigkeiten verantwortlich zusein. Gleiche Gunst gewährten die griechischen Kaiser in ihrenStaaten. Neue Vorthcile brachte der andere Kreuzzug (im Jahr1123): neben dem Siegcsruhm über die Sarazenen in der See-schlacht bei Jaffa, feste Niederlassung in Tyrns und Askalon. Nichtsaber beweiset die wachsende Macht und Kühnheit des Lagunen-staates in seiner Jugendkraft mehr, als daß er selbst dem griechi-schen Kaiser Krieg machte, da dieser, eifersüchtig auf die Herrschaftder Abendländer im Orient, sich auch den Venedigern treulos er-wiesen hatte. Sie verwüsteten ihm den griechischen Archipel undfaßten durch Eroberung Modona's festen Fuß auf Morea. Baldnach diesem traten sie als Vermittler zwischen dem Kaiser desAbendlandes, Friedrich dem Rothbart, und Papst Alexander lll.auf. Sie schlugen in den istrischen Gewässern mit dreißig Schiffendie überlegene kaiserliche Flotte (1177), zwangen den gedemüthigtenFriedrich zum schmachvollen Frieden und führten den Papst imTriumph nach Rom zurück. Dankbar belohnte sie dieser, durch
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