jüngere Auszeichnungen ein ehemals nicht genossenes Ansehen be-haupteten; als in diesen Zerwürfnissen der Duca Rainer Zenostarb: ward es dringender, denn je, ein Mittel zu suchen, die Um-triebe der Parteien bei neuen Wahlen nnmöglich zu machen, unddadurch den Anlaß z» fortdauernden Erbitterungen hinwegzuräumen.Man liebte die Freiheit noch zu sehr, um durch Erblichcrklärungdes Throns allen Streit der Bewerber auf immer zu enden; manehrte von der andern Seite den gesunden Menschenverstand zu sehr,um das blinde Loos entscheiden zu lassen, wer der Würdigere sei.Also erfand man eine Wahlart, durch welche wenigstens diejeni-gen, die den Dnca zu erwählen hatten, nie voraus erkannt wer-den konnten?)
') Dreißig Glieder des Großen Rathes, durchs LooS bestimmt, vcr^minderten sich durch eine zweite Ziehung auf 8; die -1 ersten derscl-bcn ernannten jeder 5, die 5 letzter» jeder 4 provisorische Wahlhcrrcn,die jedoch wieder von den neunen durch Mehrheit von 7 Stimmenbestätigt werden mußten. Die 4V provisorischen Wahlherrcn ver-minderten sich unter einander durchs LooS ans 12, deren der ersteeinen Wähler, deren jeder der übrigen 2 Wähler ernennen mußte,zusammen 25, die durch Ballotirung jeder durch 8 Stimmen von denzwölfen zu bestätigen waren. Die bestätigten 25 wurden durchs Looswieder auf 3 zurüekgebracht. Jeder dieser 3 schlug 5 Personen vor,die, zusammen also 45, wieder bestätigt werden mußten, wenigstensjeder durch 7 Stimmen. Die 45 setzten sich durchs LooS ans 11zurück, von denen die 8 ersten jeder 4, die 3 letzten jeder 3 Per-sonen verschlug, die dann abermals mit 8 Stimmen von 11 zu be-stätigen waren. Die so gewählten 41 Wahlherren, welche noch vomGroßen Rath durch geheime Stimmcnmehr zu bestätigen waren, wur-den sogleich nach ihrer Ernennung in einen Saal eingeschloffen, unddurften das Conclave nicht verlassen, bis sie den Duca, nach Bor-schrift, gewählt hatten.