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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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schütteln. Doch vereinzelt unterlagen sie immerdar der großer»Gewalt der neuen Herren.

S. Wie sich die Verfassung Venedigs ausbildct und zurAristokratie entwickelt.

Noch war die Verfassung des SeestaateS in ihrer Rohheit bis-her geblieben, wie sie der Patriarch von Grado gegeben hatte.Die versammelte Bürgerschaft der Stadt nämlich übte in großenAngelegenheiten ihr Entscheidungsrecht und wählte nach dem Todeeines Oberhauptes den neuen Duca, der dann in Friedens- undKriegsgeschichten unbeschränkter Gewaltiger war. Er hatte Nie-mandem Rechenschaft abznlegen nnd Keinen zu fürchten, als dieöffentliche Meinung, unterstützt von der meuterischen Eifersucht derreichen Geschlechter, welche ihr Gut und Ansehen zur Lenkung desunbeständigen Volks benutzten. Daher waren in jenen wilden Tagendie Duca's, obgleich Monarchen, doch eben so oft in Gefahr,wegen ihrer Tugenden, als wegen ihrer Verbrechen, des Thronsund Lebens beraubt oder ins Elend geschickt zu werden.

Der Kampf der venedischcn Herzoge und der vornehmen Ge-schlechter unter einander bewahrte aber auch in der monarchischenForm des Staats die öffentliche Freiheit. Er mußte jedochnothwcndig zuerst Verwandlungen der Verfassung herbeiführen;entweder, durch Siege der Duca's, erbliche Herrschaft, oder, durchSiege der Gegner, Aristokratie. Seit fünfthalbhundcrt Jahrenhatten schon mehrmals nnternchmende Männer auf dem Throneversucht, wie schon erwähnt ist, diesen in ihren Familien zu be-halten, indem sie während ihres Lebens den Nachfolger wähltenund bestätigen ließen. Doch nie geschah cs mit dauerhaftem Glück.Der nebenbuhlerische Stolz der Vornehmen redete den Rechtsamendes Volks das Wort, indem er für seinen eigenen Vortheil sprach