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Jeder der einzelnen Staaten der Halbinsel war übrigens entwedergegen die Ucberlegenheit der vcnedischen Seemacht für sich alleinzu schwach, nm die Verwirrungen des Laguncnstaats zu benutzen,oder zu entfernt, wenn er stark genug zu einem der völkerrechts-mörderischen Versuche gewesen wäre, deren die Geschichte so vielekennt. Die Macht der abendländischen Kaiser über Italien standschon vielfach gebrochen; und Venedig, auf der Grenze ihres unddes morgenländischen Reichs gelegen, bald zu diesem, bald zu jenemgezählt, wußte sich klug durch Dienste und Geschenke zwischen beidencmporzuhaltcn. Es sandte alljährlich den Kaisern des Abendlandes,als Beweis der Untcrthänigkeit, ein Pallium von Goldstoff gewirkt,bis Otto iil. auch diesen Tribut in Gnaden nachließ.
Im Innern aber reizten die bürgerlichen Händel nur die Lebens-thätigkeit des Volks und erhöhten den Sinn der Freiheit. Diereichen, nebenbuhlerischen Geschlechter der Stadt wetteiferten, zurVergrößerung des Ansehens und Einstuffes, in Vergrößerung ihrerReichthümer durch ausgedehntere Handelsunternehmungen. Ueberallin den Städten Italiens, an den Küsten Kleinasiens und Aegyp-tens, gründeten sie Faktoreien; die Könige des Morgen- undAbendlandes gestatteten ihnen herrliche Handelsfreiheiten. Ausden gesammelten Schätzen verschönerten sie Wohngebäude und Tem-pel in den Lagunen und verdoppelten sie die Zahl ihrer Schiffe.
Es verräth nur Selbstverblcndung «der Unkunde derer, welcheden freien Staaten des Alterthnms oder neuerer Zeit die vielenMcinungskämpfc oder inner» Zerwürfnisse zum Gebrechen oder Vor-wurf machten, und dagegen die schweigende Ruhe, die einförmiggeregelte Bewegung anderer Völker unter dem Gewaltsstab ihrerOberherren, als Zeichen der Glückseligkeit priesen. Schlaf undTod sind keine Glückseligkeit, und die Regsamkeit aller Glieder,aller Empfindungen und- geistigen Kräfte des Wachenden ist keinGebrechen, sondern Leben und Selbstentwickelung. Athen und Rom