Nicht ganz ungestört aber konnten sich diese dem friedlichenVerkehr widmen. Denn an den Ostküstcn des adriatischen Meereshatten neue Barbaren, Sklavonier genannt, Niederlassung ge-nommen. Der Ozean setzte vergebens den kriegerischen Streifzügendieser wilden Schwärme Grenzen. Sie bauten Schiffe, überfielenund plünderten Küsten und machten durch Seeräuberei das weileBinnenmeer unsicher. Hinter den befestigten Inseln Curzola undLesina, in dem Golf von Narenta, am dalmatischen Gestade,hatten sie ihre Hauptsitze. Die Venediger mußten abermals ihrDasein verfechten und ihr Gewerbe mit bewaffneten Fahrzeugendecken lernen. Der Matrose ward zugleich Soldat. Länger als einJahrhundert rangen die Venezianer vergebens mit den sklavonischenFreibeutern um Oberherrschaft in diesen Gewässern. Nicht seltenmußten sie die ruhige Fährt der Frachtschiffe mit jährlichem Zinserkaufen. Aber Noth schärft den Sinn, Gefahr den Muth, Ncbungdie Kraft. Erst das wird dem Menschen theuer, was er mit thcnernOpfern behauptet hat. Der Venediger blieb Herr seiner Sümpfeund that für sie die Heldenwcrke der Vaterlandsliebe, einer Em-pfindung, die Völkern in langer, wollüstiger Muße fremd wird, weilman das selten zu schätzen weiß, was man ohne Mühe besitzt.Der reiche Erbe wird Verschwender und achtet seiner Geldsummeweniger, als der Taglöhner des Pfennigs, der im Schweiß desAngesichts erworben ist. Rom wäre in Hannibals Tagen für dasKleinod blutig untergegangcn, was es unter später» Cäsaren umGeld feil bieten ließ.
2. Einführung der herzoglichen Gewalt und EroberungDalmatiens.
Die Paduancr waren in den Verwirrungen der Völkerwanderun-gen, in denen sie oft Vernichtung bedrohte, um Ucbnng und Recht