Unterthancn. Vom Hofe aus gehen Verhaftsbefehlc, Einkerkerun-gen, Verbannungen, Zensuren, Jnguisitionen; vom Volke ansSpottlieder, Karrikatnrcn, schnöde Gerüchte, Verschwörungen, Apo-theosen der sogenannten Märtyrer. Wehe dem Lande, wo sichdiese Symptome, statt zu vermindern, vervielfältigen! Wir sahensie in Frankreich, wir sahen sie in Spanien, in Neapel, wir sahensie überall als Vorboten des Unglücks erscheinen, in neuen wie inalten Zeiten. Es geht solchen Staaten, wie Schwindsüchtigen,welche, während Jedermann das Nahen ihres Todes bemerkt, amwenigsten daran glauben. Nicht Ludwig XVI., nicht Ferdinandvon Spanien, nicht Ferdinand von Neapel u. a. dachten sich der-gleichen Katastrophen möglich.
L. Was der Bcronesische Kongreß nicht wollte.
Es läßt sich nicht bezweifeln, wir leben am Vorabend großerVerwandlungen unsers Welttheils, oder'vielmehr, wir stehen schonmitten darin. Sie sind nicht die Wirkung des Jahres, sondernder Jahrhunderte, und ihre Wirkungen werden sich auf Jahrhun-derte, nicht auf Jahre erstrecken. Sie sind nicht das Machwerkder Parteien oder Faktioncn, sondern diese sind vergängliche Ge-burten jener.
Alle Kriegszüge, alle Umgestaltungen, welche der mächtigeGeist Napoleons bewirkte, waren neben dem gering, dessen Zeugenwir wurden. Denn Er war doch nur ein Sterblicher, und als erschwand, verschwanden seine Schöpfungen am nämlichen Tage,gleichwie einst mit dem mazedonischen Alexander, mit Dschenr-giS-Khan, mit Karl dem Großen und allen Eroberern undWeltstürmern ihre Werke zertrümmerten. Aber Völker sindunsterblich. Dem Zeitalter, den Begriffen, den Bedürfnissender europäischen Menschheit gebieten, in das Ehemalige zurück;»-