neigten sich die Völker darauf den Ansichten derer zu, die ihreFürsprecher zu sein schienen. So traten, in mehr als einem ReicheEuropens, Unterthancn und Regenten mißtrauisch auseinander,nnd zwischen beide, in den leer gewordenen Raum, die Parteiender Ultra und Citra, also, daß das Volk zuletzt nicht mehr denThron und die Fürsten, sondern nur die davor stehende Schaarder sogenannten Servilen, und der Fürst nicht mehr sein Volk,sondern die vor demselben stehende Schaar der sogenannten Libe-ralen sah. Die Verwechselung des Volkes mit Revolutionslustigen,oder des Regenten mit Despotismussreunden, ward unvermeidlich;die Fehde der Parteien stille Fehde zwischen Thron und Volk. Daswar's, was Spanien und Portugal, was Neapel und Pie-mont ins Verderben brachte; das war's, was Frankreichs Ruhebedräute.
In allen bis jetzt »och vom Parteigeiste Erschüttert geblie-benen Staaten Europens ward Erhaltung des Bestehendender ausgesprochene Wille der Souveräne und ihrer weisern Staats-diener. Die Leidenschaft aber derjenigen Partei, welche fürstlichergesinnt sein wollte, als ihr Fürst, forderte nicht Erhaltung des Be-stehenden, sondernWiederherstellung des Untergegangenen.
Die ersten Stifter des heiligen Bundes, die Monarchen vonRußland, Oesterreich und Preußen, schienen keineswegs dawider,daß die öffentlichen Ordnungen den Bedürfnissen des Jahrhundertsangemessener daständen. Aber ihr ausgesprochener Wille blieb:daß alle Verbesserungen von denen erthcilt werden, die den Staats-organismus in der Wirklichkeit kannten und handchabten; daß dieVerbesserung rechtlich, und daher als freie Gabe der erb-lichen Landesherren, dem Volke erthcilt, nicht aber mit auf-rührerischer Hand, daher rechtlos, cingeführt werden. Die Parteihingegen, die landesherrlicher als der Landesherr sein wollte, be-gehrte absolute Monarchie und über das Gesetz erhabene