62 Z
Fleisch gelüstet gegen Len Geist/ der Geistaber gegen das Fleisch; ja dergestalt sind Lieseeinander wechselweise entgegen/ daß ihr nicht dasjenigethun könnet/ was ihr thun wollet. Ist das etwa einWiderspruch/ das nicht thun/ was wir doch thun wol-len? Nein: so ist die Beschaffenheit der Mensche» / dieaus jener Verdammniß des Todes hcrstammen: dennwofern solches nicht Strafe/ sondern der ursprünglichenNatur deS Menschen cigenthümlich ist/ kann e§ nichtals Sünde betrachtet werden/ zumal der Mensch so han-delnd nicht von seiner ancrschaffcnen Natur abweichet/sondern thucnd/ was er zu thun nicht umhin kann/ bes-ser zu scyN/ als er wirklich ist/ nicht vermögend wäre.Falls aber der Mensch gut wäre/ würde er anderst seyn;La er aber/ wie er jetzt ist/ nicht gut ist/ auch nichtdie Macht hat/ gut zu seyn/ indem ihm entweder dieErkenntniß mangelt/ wie er seyn soll / oder die Erkennt-niß und zugleich das Vermögen zu seyn/ was er/ nacheigener Ueberzcugnng/seyn soll / wer könnte/wo die Sa-che sich so verhält/ noch'im Zweifel sey»/ ob ein solcherZustand eine Strafe sey? Allein jede gerechte Strafe/ist eine Strafe der Sünde/ und wird Busse genannt.Wenn aber die Strafe ungerecht ist/ ist dieselbe/ wo-fern sie als Strafe angesehen werden muß/ nothwendtgvon irgend einem ungerechten Herrscher dem Menschenauferlegt worden. Da aber so wenig an der Gerechtig-keit/ als an der Allmacht Gottes ohne wahnsinnig zn