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ist/ weder thöricht noch weise genannt werden kann/woraus erhellet/ daß cS im Menschen einen mittlerenZustand gebe/ dem weder der Name der Weisheit nochder der Thorhcit gebührt: so könnte man auch/ fallsJemand nicht aus eigener Schuld/ sondern von Naturaus in einem solchen Zustand wäre/ wie der desjenigenist/ welcher weise zu werden vernachläßigct hat/ ihnmit Recht keineswegs thöricht heißen. Thorheit ncmlichist nicht eine jede/ sondern nur eine selbst verschul-dete Unwissenheit in Bezug auf solche Dinge/ welcheman verlangen und vermeiden soll. Dcßhalb können wirein unvernünftiges Thier nicht thöricht heißen/ zumalcs das Vermögen/ weise zu scyit/ nie erhalten hat. Wirnennen es frcylich im uneigcntlichcn Sinne des WortesmcistenthcilS auch so. Die Blindheit z. V./ wenn gleichdas größte Gebrechen der Auge»/ ist doch bey crstgcwor-dencn Hunden kein Fehler/ und kann auch eigentlichnicht Blindheit genannt werden. Wenn also der Menschso geschaffen wurde/ daß/ wenngleich noch nicht weift/er doch fähig war/ weise zu werden/ weil fähig/ das Ge-setz zu erkennen/ dem er durchgängig folgen soll/ so ist we-der sonderbar/ daß er verführt werden konnte/ noch un-gerecht/ daß er/ als dem Gesetze ungehorsam/ der Strafeunterworfen war; noch viel weniger ist der SchöpferUrheber der Fehler/ zumal/ nicht weift seyN/ kein Feh-ler des Menschen ist/ bevor er das Vermögen/ weise zu
seyN/ erhalten hat. Indessen hatte der Mensch ein Vcr-
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