ZOst
Anfang nimmt/ für Seelen unnatürlich scheinen/ bleibtnichts übrig/ als daß sic entweder als Pflichten über-nommen/ oder als Strafen auferlegt worden sind.Doch hierüber ist/ wie ich glaube/ hinlänglich gespro-chen worden.
XXIV.
Mehr soll unsdcßhalb daran liege» / zu wissen/ in wel-chem Zustand der erste Mensch geschaffen worden/ alswie die Fortpflanzung seiner Nachkommenschaft beschaf-fen sey; denn eine sehr scharfsinnige Frage glauben die-jenigen aufzustckcn/ welche sagen: Wenn der ersteMensch weise geschaffen wurde/ warum ist er verführtworden? Ist er aber thöricht erschaffen worden/ warumsollte Gott nicht Urheber der Sünden scyN/ da der Sün-den größte die Thorheit ist? Gerade als wenn cS zwi-schen Weisheit und Thorheit keinen mittleren Zustandgebe/ welcher weder Weisheit noch Thorheit genanntwerden kann. Dann erst fängt der Mensch an thöricht,oder weise zu seyN/ so/ daß ihm der Namen der Weis-heit / oder Thorheit gebührt / wenn er das Vermögenhat/ falls er davon Gebrauch machen will, Weisheitzu haben/ und somit die Thorheit als eine srcywilligeihm znr Schuld gelegt werden muß. Keiner ist aber sounvernünftig / ein Kind thöricht zu nennen / obwohl ernoch unvernünftiger wäre/ wenn er cs weise nennenwollte. Wie also das Kind/ obwohl cs schon ein Mensch