281
Willens hcrstammct. Jene vorhergehende Sunde ver-diente solche Folgen: denn wie wir Sprache nicht nurdas Glied heißen, durch dessen Bewegung im Mundedie Rede bedingt wird/ sondern auch/ was auf die Be-wegung dieses Gliedes folgt/ nämlich: Laut und Zu-sammenhang der Worte/ gemäß welchen die Rede baldgriechische/ bald lateinische Sprache heißt: nennen wirauch nicht bloS dasjenige Sunde/ was sonst im eigent-lichen und strengen Sinne allein Sünde heißt; nämlichein frcywilliges und wissentliches Vergehen;sondern wir nennen auch alles Sünde/ was nothwendi-ge Folge eines solchen Vergehens/ und somit Strafedesselben ist. So sprechen wir auch in einem andernSinn von der Natur / wofern wir im eigentlichen Sinnevon ihr reden / und die Natur verstehe»/ wie sie schuld-los uranfänglich dem Menschen anerschaffen wurde: undin einem andern Sinne/ wenn von jener Natur die Redeist/ welche dein Menschen als Strafe seiner Verdamm-nis zukommt/ und gemäß welcher derselbe sterblich/unwissend/ und dem Fleische unterwürfig ge-boren wird. Diese zweite Natur im Auge spricht derApostel (Ephcs. 2 / 3.): „Auch wir sind von Naturaus Söhne des Zornes/ gleich den fiebrigen."
XX.
Weil es dem höchsten Regenten aller Dinge/ oder weilcS Gott gefiel / seiner ewigen Gerechtigkeit gemäß schon