dic Strafen jeder sündigenden Seele Unwissenheitund Unvermögenheit. Aus Unwissenheit geht aberentehrender Jrrthum; ans' Unvermögenheit drückendePlage hervor. Allein Falsches' für Wahres' halten/ undso gegen seinen Willen irren ; wie andererseits von Wer-ken der Lüsternheit sich nicht enthalten können und zwarwegen dem Widerstand und den drückenden Bandendes FleischeS/ ist nicht Folge der ursprünglich ge-schaffenen/ sondern ist Strafe der verdammten Na-tur. Was wir daher von der Freiheit dcS Willens rechtzu thun gesprochen/ gilt von jener ursprünglichen Frcy-hcit/ welche dem Menschen anerschaffcn wurde.
XIX.
Hier stoßen wir aber auf eine Frage/ an welcherunzufriedene Menschen immer zu nagen pflegen/ weilsie die Schuld der Sünde lieber ans was' immer hin-überwiilzcn/ als sich selbst bcylegen. Sie sagen näm-lich: wenn auch Adam und Eva gesündiget haben / washaben deßwegcn wir Unseliges verschuldet/ um schonzufolge der Geburt von blinder Unwissenheit und sofühlbarer Unvermögenheit gequält zu werden; indemwir in Jrrthum falle»/ schon bevor wir wissen/ was' wirzu thun haben, und nachdem die Grundsätze der Ge-rechtigkeit uns bekannt sind / wir/ unseres ernstlichenWillens ungeachtet/ dieselben nicht aus'zuiiben vermöge«/zumal die Uebermacht sinnlicher Begierden unserem Wil-