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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
Seite
275
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Wenn du aber nach der Ursache der genannten Wurzelfragest/ was wird wohl die Wurzel aller Uebcl seyn?Offenbar wird sie Grund dieser Wurzel scyii/ von wel-chem Grund du/ so wie du ihn einmal gefunden hast/wie gesagt/ wieder den Grund suchen/ und so des Su-chend kein Ende haben wirst. Doch welche Ursache dcSWillens könnte wohl vor dem Willen seyn? Entwederist diese Ursache selbst Willen/ und also nicht verschiedenvon der Wurzel des Willens: oder sie ist nicht Willen/und dann auch nicht Sünde. Demnach ist der Willenselbst erste Ursache des SündigenS/ oder die erste Ursa-che der Sünde ist keine Sünde. Wir dürfen aber dieSünde Niemanden / als dem Sünder zurechncn/ folglichkeinem zurechnen/ als dem/ welcher einen freyen Wil-len hat. Allein ich weiß nicht/ warum dir beliebe/ einenandern Grund zu suchen als diesen. Doch wie am Endedieser Grund des' Willens nur immer beschaffen seynmöge/ gerecht oder ungerecht muß er nothwcndig seyn:ist er aber gerecht/ so begeht/ wer durch denselben sichbestimmen laßt/ keine Sünde; ist er hingegen ungerecht/so folge der Willen ihm nicht; und er begeht wiederkeine Sünde.

XVIII.

Vielleicht ist aber die Wurzel des Bösen eine gcwalt-thätige Ursache/ welche den Willen zur Sünde zwingt?Allein wie oft wollen wir das Nämliche wiederholen?