241
zu Preisen cp gleichwohl nicht umhin kann. Wie V.wenn Jemand sagen wollte: der Mond sollte nicht seyn/obwohl er ein viel linvollkommnercS Licht in seiner Artnoch schön / und für die irdischen Finsternisse zierlich /ja für den nächtlichen Gebrauch dienlich/ und in allendiesen Beziehungen nach seiner eigene» Zweckmäßigkeitentweder löblich fände/ oder/ wenn nicht aus bloßerStreitlust/ nur mit der größten Thorheit diese Eigen-schaften ihm absprcchen könnte. Sobald nun die Be-hauptung: die Leuchte sollte nicht seyn/ schon so lächer-lich ist/ wer dürfte es wagen mit gesundem Verstand zusprechen: der Mond sollte im All der Dinge nicht seyn?Falls er aber nicht sagt/ der Mond sollte nicht scy»/sondern: er hätte seyn sollen / wie er die Sonne wirk-lich erblickt/ sagt er eigentlich/ ohne e-s zu wissen/ derMond sollte nicht sey»/ aber cs sollten seyn zwcy Son-nen. Zwcyfach ist demnach sein Jrrthum; erstlich weiler der Vollkommenheit der Dinge noch etwas beylcgenwill / indem er eine zwcyte Sonne verlangt; zweitens/weil er die Vollkommenheit vermindern will / indem erden Mond aus dem All der Dinge hinwegwünscht. Dochvielleicht crwicdcrt ein solcher/ in Bezug auf den Mondwolle er eben nicht klagen / weil derselbe/ obwohl einenviel geringer» Glanz/ doch kein unseliges Dascyn habe.Allein die Seelen bcdaurc er/ nicht der Finstcrniß wegen/welche sie umgebe/ sondern des unglücklichen Dascynswegen/ welches auf sie drücke. Wenn dicseS/ so möge
16