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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
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nicht dem Schöpfer zuznschrciben sey, dürfen wir denoben angeführten Grundsatz ächter Frömmigkeit, ge-mäß welchem wir dem Schöpfer für alles Dank schuldigsind / niemals ausser Acht lassen. Gottes ausserordentli-che Güte müßte ja nicht weniger gepriesen werden,wenn uns eine viel niedrigere Stusse des Daseyn, als dieist, welche wir cinnehmcn, angewiesen worden wäre.Nun ist aber unsere Seele, wenn auch durch noch sohäßliche Sünden entstellet, ein erhabeneres und voll-kommeneres Wesen, als dieses sichtbare Licht, dessenausgezeichnete Herrlichkeit doch selbst diejenigen zum Lo-be GottcS stimmt, deren Seelen sonst nur dem Genüsseder Sinnenlust ergeben sind. Demnach soll dich der Ta-del, welcher Sündern gebührt, nicht veranlassen, auchnur bey dir selbst leise zu sprechen: cS wäre besser ge-wesen , die Seelen der Sünder hätten ihr Daseyn nichterhalten. Nur in Rücksicht ihrer sind derlei Seelen ta-delnswürdig , wofern man nämlich sich vorstcllt, wiedieselben beschaffen scyn würden, falls sie niemals ge-sündigct hätten. Dessen ungeachtet gebührt Gott dermenschlichen Anlagen wegen das höchste Lob, und zwarnicht bloß, weil Er den Sündern eine ihnen angemesseneStelle angewiesen, sondern vorzüglich, weil Er sie der-gestalt ausgerüstet hat, daß, wenn auch noch so beflecktdurch Sünden, sic gleichwohl eine höhere Würde behal-ten, als das sinnliche Licht, dessen Anblick doch zum Lobund Preis des Schöpfers alle Menschen auffodcrt. Hüte