zu beantworten suchen, und ihre Sünden lieber entschul-digen, als offenherzig bekennen wollen: denn entwedergefallen sie sich in dem Wahne, als stehen die menschli-chen Angelegenheiten nicht unter der Leitung der göttli-chen Vorsicht, und, während dem sie Seele und Leibdem Ungefähr überlassen, geben sie sich der Wuth undder zerstörenden Gewalt ihrer Leidenschaften preis, inErwartung, läugnend die göttlichen Gerichte und diemenschlichen hinrcrgehcnd, durch die Gunst des Schick-sals vor jeglicher Anklage sicher zu seyn; durch die Gunsteines' Schicksals, welches sie blind sich vorstcllen undvormahlen, um selbst in ihren Augen besser zu seyn, alsdie Macht, von welcher sic sich regiert glauben, fallssie nicht bekennen wollen, daß sie eben so blind inGedanken und Reden sich zeigen. Solchen Menschenkönnte man frcylich die Ungereimtheit zugebcn, daß alleihre Handlungen, durch welche sie nur tiefer sinken, vonZufällen abhange». Gegen derlei Wahnbilder jedoch desübcrmüthigstcn und wahnsinnigsten aller Jrrthümer injeglicher Beziehung, ist schon in unserer zwcytcn Unterre-dung, meines Erachtens, hinlänglich gesprochen worden.ES giebt aber einige, welche, wenn auch nicht die Lei-tung des menschlichen Lebens durch die göttliche Vor-sicht läugnen, doch den schändlichen Zrrthum, die gött-liche Vorsicht für schwach, oder ungerecht/oder böswil-lig anzuschen, dem reumüthigcn Bekenntniß ihrer Sün-den verziehen. Alle diese, falls sic einer Ucberzeugung
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