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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
Seite
197
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gcrüget wird/ lim so mehr wird die Natur/ folglich auchder Urheber der Natur erhoben. Jeder Fehler ist eineAbweichung des Dinges von seinem Urbilde in Gott/oder von seiner durch Gott gesetzten Bestimmung; einesolche Abweichung aber kommt offenbar nicht von Gott,sondern vom Geschöpfe; aber auch vom Geschöpfe nichtaus Naturnothwendigkeit/ sondern aus freye»Einwilligung/ indem das Geschöpf nicht thut, wareS zufolge seiner Natur zu thun schuldig ist; daher derBegriff der Verschuldung.

Was jeder zufolge seiner Natur zu thun schuldig ist,ist eine Schuld/ die er Gott zu entrichten hat. DieseSchuld wird bezahlt/ entweder durch frcywillige«Thun dessen/ was gefodcrt wird; oder durch unfrey-willigcS Leiden dessen/ was aus dem Nichtthun her-vorgcht. In bcydcn Fallen geschieht Gott Genüge, weilseine Gesetze entweder durch Thun oder durch Lei«den vollzogen werden, und dem fehlerhaften Geschöpfewird, waSiihm gebührt, weil, waS>S selbst für sich er-wählet. Daraus folgt:

s. Daß nicht alle scheinbaren Unvollkommenheiten Feh-lcr seyen, wie z. B. die Vergänglichkeit der Dinge xdie Beschränktheit der Geschöpfe u. d. gl., sondernnur die Abweichungen der Dinge von ihrem Ur-bilde und ihrer Bestimmung im Plane der göttli-chen Weisheit;