185
höher» RangcS deßwegen nicht wäre. Wenn aber dasWesen höher» Ranges, wie das nieder» Ranges existirt,und jedes an der ihm gebührenden Stelle sich findet, istGott in Bezug auf die unvollkommensten Dinge nichtweniger, als in Bezug auf die vollkommensten zu prei-sen, folglich in aller und jeder Beziehung des höchstenLobes würdig. Nur in Bezug auf sich selbst, oder inVergleich mit andern Dingen, mag irgend ein Geschöpfunvollkommen erscheinen; nie aber kann e§ wirklich un-vollkommen seyn in Bezug auf seine ewige Idee im gött-lichen Verstand, welche doch der einzig bleibende Maßstabder Dinge ist; denn zufolge dieser Idee ist jedes Ding,was eS seyn soll in Bezug auf sich selbst und in Bezug aufandere Dinge, und existirt nothwcndig, wenn gleich des-selben Daseyn von uns nicht wahrgcnommen wird.
So wie wir daher von der Idee der Vollkom-menheit der Dinge überzeugt sind, sind wir es auchvon ihrer Wirklichkeit, selbst dann, wo die sinn-lichen Wahrnehmungen unserer innern Ueberzeugungzu widersprechen scheinen. Der Jrrthum der Menschenin dieser Sache besteht darch, daß sie die vollkommenenDiuge an jenen Oertern des Universums aufsuchen,welche ihnen nach der göttlichen Weisheit und Gerech-tigkeit nicht gebühren. Wenn sic nun unter den frcyenWesen hienieden keines finden, welches im Guten un-abbringlich beharret, verfallen sie in den Wahn, alsgebe cS keine solche Wesen, und es ermangle somit