HZ
scheu/ glaubst du/ es könne in demjenigen Bestandthcilunserer Natur/ durch den wir allein vollständige Men-schen sind / noch etwas vortrcflichcrcS gefunden werde»/als das ist / dem wir unter den drey genannten Dingenden dritten Rang cingcräumct haben? Daß wireinen Körper habe«/ ist ja gewiß/ nicht weniger gewißist/ daß wir ein Leben haben/ welches den Körper durch-dringt und bcthätiget/ zwey Dinge/ welche wir auchbey den Thicrcn wahrnehmen; aber eben so gewiß istS/daß wir auch noch ein gewisses Drittes habe»/als Haupt oder Auge unseres LcbcnS/ wenn nicht einschicklicherer Ausdruck für Vernunft und Intelli-genz gefunden wird / welches Dritte der Natur derThierc nicht eigen ist. Darum forsche nach/ ob im We-sen des Menschen etwas Vortreflichcrcs gefunden werdenkönne/ als die Vernunft. Evod. Ich finde durchausnichts VortrcflichcrcS. Aug. Wie aber/ wenn wiretwas finden könnten/ von dem du nicht nur über-zeugt wärest/ daß es sey/ sondern auch/ daß cS weitvortreflicher als unsere Vernunft sey/ würdest du diesemEtwaS/ was cs immer scyn möchte/ nicht den NamenGott geben? Evod. Nicht sogleich/ wenn ich auchetwas Besseres zu erfinden vermöchte/ als das Allerbestein unserer Natur ist: denn nicht/ was bloS höher ist/als meine Vernunft/ sondern was das schlechthinHöchste ist/ nenne ich Gott. Aug. Ich bin auch dei-ner Meinung; Gott bat es nemlich in deine Vernunft
8