Druckschrift 
Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
Seite
102
Einzelbild herunterladen
 

102

Wahrnehmung des Gesichtes/ noch des Getostes/ sondernmüssen als Gegenstände gemeinschaftlicher Wahrnehmungbeydcr Sinne angesehen werden? Evod. Ich sehe die-ses ein. Aug. Somit sichst du auch ei»/ daß/ wiejeder Sinn seine eigenthümliche Wahrnehmung habe/auch die Wahrnehmung gewisser Gegenstände mchrernSinnen gemeinschaftlich seyn könne? Evod. Auch die-ses. Aug. Können wir aber vermittels eines Sinneserkennen/ was jedem Sinne eigenthümlich ist/ undwas' alle/ oder einige Sinne unter sich gemeinschaftlichhaben? Evod. Durchaus nicht; hiezu wird ein eigener/innerer Sinn crfodcrt. Aug. Ist vielleicht dieser in-nere Sinn die Vernunft selbst/ welche den Thiercn man-gelt? denn ich glaube/ wir nehmen derlei Dinge durchdie Vernunft wahr/ und erkennen durch die Vernunftauch/ daß mit ihnen cs sich wirklich so verhalte. Evod.Ich meine vielmehr/ wir nehmen durch die Vernunftin uns nur einen gewissen inner» Sinn währ/ aufwelchen alle Wahrnehmungen der bekannten fünf Sinnebezogen werden: denn ein anderes ist im Thier dasGesicht / und ein anderes jener Sin»/ welcher entwederverabscheut oder verlanget/ was das Thier vermittelsseines Gesichtes wahrnimmt. Der erste Sinn liegt jain den Augen; der zweite im Innern der Seele. Ver-mittels dieses innern Sinnes verlangen die Thiere/ undeignen sich an/ was ihnen wohlgefällt; weichen aus /und stoßen von sich/ was ihnen mißfällt/ aus allem dem-