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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
Seite
98
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§8

Deßwegen nicht/ weil wir zur Erkenntnis und zur An-schauung des Inhaltes unseres Glaubens zu gelange»wünschen. Au g. Du erinnerst mit Recht an daS/ wasbcym Anfang der vorigen Untersuchung als unser Ziel-punkt von mir selbst festgesetzt wurde: denn woferndas Glauben nicht vom Wissen unterschieden wäre/und/ falls man nicht vorerst glauben müßte / um großeund göttliche Dinge einsehcn zu lerne»/ hätte der Pro-phet nicht gesagt (JSai/ 7/ v.):Wenn ihr nichtglaubet/ werdet ihr nicht zum Verständniß ge-langen." Selbst unser Herr hat durch Reden undHandlungen alle/ welche zum ewigen Heile von ihm be-rufen wurden / vorerst zum Glauben angemahnet; spä-ter jedoch/ als von der Gabe / welche den Gläubigen zuThcil werden sollte/ die Rede war (Joh. 17/ 3.) sprachEr nicht:Darinn besteht daS ewige Leben/ daßihr glaubet" sondern sagte:DaS ist das ewigeLeben/ daß ihr erkennet den allein wahrenGott/ und den/ welchen Er gesendet hat/ JesusChristus." Zu denen aber/ welche schon glauben/ sagtEr (Math. 7/7.):Suchet und ihr werdet fin-den": denn für gefunden kann man nicht halte» / wasbloS geglaubt wird/ ohne davon eine Erkcnntniß zu ha-ben/ und keiner wird tüchtig/ die Erkcnntniß Gottes zufinde»/ er habe dann vorerst geglaubt/ was er später zuerkennen wünschet. Laßt uns demnach den Vorschriftendes Herrn Folge leisten/ und unablässig nach Erkcnntniß