65
wenn schlechterdings keiner unselig leben will; oder wieerhaltet ein Mensch freywillig ein seliges Lebe,,/ daViele/ während dem Alle selig zu seyn wünschen/ imElende sind? Kommt cS vielleicht daher / weil es einanderes' ist/ GuteS/ oder BöscS/ wünschen/ und einanderes'/ irgend etwas' durch einen guten/ oder bösenWillen/ verdienen? Denn diejenigen/ welche seligsind/ und als Selige auch gut seyn müssen/ sind nichtdeßwcgen selig/ weil sie ein seliges Leben sich ge-wünscht habe»/ zumal ein solches auch böse Menschensich wünschen/ sondern sind deßwcgen selig / weil sie einrechtschaffenes Leben führen wolle» / was die Bösen ge-rade nicht wollen. Deßhalb ist sich nicht zu verwundern/daß die elenden Menschen nicht/ wie sie wünsche» / einseliges Leben erreichen. Denn sie wollen ja die Be-dingung nicht/ auf welche einzig das selige Lebenfolgt/ und ohne welche Keiner desselben würdig ist/ auchKeiner cS jemals erhält; diese Bedingung ist: einrechtschaffenes Leben. Denn zufolge jenes ewi-gen Gesetzes/ dessen Betrachtung wir hier wieder auf-nchmcn können/ ist es' unwandelbar festgesetzt/ daß imWillen das' Verdienst/ in der Seligkeit aber dieBelohnung/ wie im Elend die Strafe liegen soll;daher heißt: die Menschen sind frcywillig elend/ nichtso viel; sie wollen elend seyN/ sondern nur/ sie habe»gerade einen Willen/ der auch gegen ihre Wünsche sic
s