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niinftigen und tugendhaften Seele entweder gleich / oderüberlegen ist / dieselbe nicht zur Sklavin der Lustmacht/ eben weil es gerecht ist/ und da ferner jedesunter ihr stehende Wesen / solches zu thun / die Kraftnicht hat/ wie aus unserer früheren Unterredung ge-nugsam einlcuchtet/ bleibt nichts mehr übrig/ was diemenschliche Seele zur Begierlichkeit verleiten könnte/als ihr eigener Wille/ d. i. die frcyc Willkür.Evod. DaS ist meiner Ucbcrzeugnng nach eine durchausnothwcndigc Folge. Ang. Auch wirst du cinschcn/ daßein solches Wesen mit Recht/ für eine so große Sünde/gestrafct werde? Evod. Ich kann die Nothwcndigkeitsolcher Strafe nicht läugncn. Au g. Wie aber? Schcint'Sdir eine unbedeutende Straft/ wenn die Begierlich-keit vorherrschend wird/ und aller Schätze der Tugendeine Seele beraubet ? wenn arm und dürftig / wieeine solche Seele ist/ die Begierlichkeit bald da/ balddorthin sie reißet/ bald Falsches für Wahres anzuerken-nen/ bald den Jrrthum zu vcrtheidigen ; bald zu wider-rufen/ was sic früher verthcidigct hatte / und dennoch sichwieder in neue Jrrthümer zu stürzen / jezt unentschiedenan sich zu halten / und mcistentheils der Überzeugungs-kraft der Beweise furchtsam auSzuweichen; jezt an Auf-findung der Wahrheit ganz zu verzweifeln/ und dieFinsternisse der Thorheit scstzuhaltcn sie nöthiget; dannwieder sich zu bemühe»/ in'S Licht der Erkenntniß vvr-zudringcn/ und bald ermattet zuruckzusinken sie zwinget;