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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
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dir z» vernehmen / nemlich/ ans welchen Gründen deineNebcrzcngung beruhe, der Mensch könne Gemüth Huben,ohne daß selbes' sich vorherrschend zeige. Aug. Thnedabep nur daS Dcinigc; denn die Aufgabe ist nichtleicht. Ohne viele Mühe aber wirst du dich erinnern,daß, wie wir früher gezeigt haben, Thiere gezähmtund gcbändiget, den Menschen dienstbar werden, wasbey Menschen in ihrem Verhältniß zu den Thicren auchStatte finden müßte, wofern nicht jene einen Vorzugvor diesen hätten. Diesen Vorzug fanden wir aber kei-neswegs' im Körper. Nachdem wir denselben endlich inder Seele gefunden hatten, wußten wir für ihn keinenschicklicher« Ausdruck als, Vernunft. Diese hießenwir später bald Gemüth, bald Geist. Wenn nunauch der Ausdruck, Vernunft, etwas anderes' besagt,als der Ausdruck, Gemüth, ist doch so viel gewiß,daß nur im Gemüthe Vcrnnnftgebrauch möglichsen. Demnach muß, wer Vernunft hat, nothwcndigauch Gemüth haben. Evod. Ich erinnere mich dessen,und begreife eS auch. An g. Wie aber ferner, glaubstdu, eS könne nur ein Weiser Thiere bändigen? Untereinem Weisen verstehe ich einen Menschen, der inWahrheit weise ist, weil er nemlich jede Lust derHerrschaft des Gemüthes durchaus untergeordnet, undhiedurch den wahren Frieden in sich hcrgcstellt hat.Evod. Es wäre lächerlich, die gewöhnlichen Bezähmerder Thiere, oder auch nur die Hirten, die Ochsentrei-